Gartenschauwege - Kunstwege 

Stadt Gmünd entscheidet:
Straßdorfer Skulpturenpfad wird nun doch Teil der Landesgartenschau 2014
Gmünder Tagespost vom 07.03.2012:

Jetzt ist’s entschieden und gewiss: Die Straßdorfer „Wege zur Kunst“ werden an die Gartenschau 2014 angebunden. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen OB Richard Arnold, der Gartenschau GmbH, Straßdorfs Ortsvorsteher Werner Nussbaum und dem Initiator der „Wege zur Kunst“, Wolfgang Hämmerle. Der Skulpturenpfad wird damit Teil einer Wegekonzeption für die Gartenschau. Michael Länge Schwäbisch Gmünd. „Sie sind gut besucht, sie sind lebendig“, so sieht OB Richard Arnold die „Wege zur Kunst“ mit ihren derzeitig acht Skulpturen. Gemeinsam mit Gartenschau-Geschäftsführer Manfred Maile stellt er das Wege-Konzept vor: In Gmünds Norden gibt es den Naturweg durchs Taubental über das Naturatum zum Landschaftspark in Wetzgau. Im Süden die Kunstwege von der Grabenallee als Teil der Gartenschau über die Josefskapelle zum Kloster der Franziskanerinnen übers Klepperle und einen Pfad den Buckel hinauf nach Straßdorf zur Marienkapelle. Von dort geht’s in zwei Richtungen zu den acht Werken der bedeutenden Gmünder Künstler Fritz Nuss, Max Seiz, Eckhart Dietz, Rolf Haug, Jakob Wilhelm Fehrle, Josef Baumhauer, Paulamaria Walter und Adolf Bidlingmaier. Dazwischen, zwischen Natur und Kunst also, gibt es in der Altstadt die Frauenwege und einen Skulpturenpfad in der Innenstadt, der beispielsweise „Black Cross“ von David Nash oder die „Trauernde“ von Menashe Kadishman berührt. Zum Wege-Konzept gehören zudem der Meditationsweg vom Salvator zum Schönblick und ein Weg vom Salvator zum Leonhardsfriedhof. In der Überlegung ist ein jüdischer Weg, dazu gebe es noch keine Debatte, doch „dies könnte eine werden“, sagt der OB. Der Straßdorfer Förderverein werde sich in diese weiteren Überlegungen einbringen, sagt Arnold. Der Pfad, der vom Klepperle nach Straßdorf führt, sei noch unbefestigt, und das Projekt brauche noch Sponsoren. Denn mindestens eine weitere Skulptur soll erworben werden: Daniel Wagenblasts „Weltenfahrer“. Erste Gespräche mit Wagenblast gab es bereits, er wolle sich selbst einbringen, sagt der OB. In der Verbindung von der Josefskapelle über das Kloster zur Marienkapelle sieht Arnold einen sakralen Weg neben dem weltlichen mit den Kunstwerken. Einbeziehen will der Oberbürgermeister den Arbeitskreis Kultur, um so eine breite Auseinandersetzung und Identifizierung mit dem Projekt zu bekommen. Mit Wolfgang Hämmerle als Kopf des Fördervereins wird die Stadt in Gmünd vorhandene Kunstwerke begutachten, die die Strecke von der Grabenallee bis zu den Straßdorfer Skulpturen bereichern sollen. Nachgedacht wird hier unter anderem über Bänke, von Karl Ulrich Nuss oder Max Seiz beispielsweise, die vor Jahren einmal auf dem oder am Marktplatz standen, von dort jedoch entfernt wurden. Mit deren heutigen Standorten, beispielsweise am Kornhaus oder im Stadtgarten, sind nicht alle zufrieden. Sie könnten, dies ist eine Idee, die Strecke zwischen Stadt und Straßdorf bereichern. „Vorhandenes mit der Landesgartenschau zu verbinden, das ist eine große Chance“, bringt Arnold die Überlegungen auf den Punkt. Dass die „Wege zur Kunst“ als Teil der Gartenschau von der Gartenschau GmbH beworben werden, versichert Maile. Mit all dem „sehr zufrieden“ ist Wolfgang Hämmerle, der lange gerungen hat um diese Anbindung der „Wege zur Kunst“ an die Gartenschau. All dies sei ein „sinnvoller Kompromiss“, der auch die Haushaltslage der Stadt berücksichtige. Wagenblasts Skulptur trägt das Münster in der einen, die Marienkapelle in der anderen Hand, erläutert Hämmerle. Sie soll erinnern an den alten Wallfahrtsweg von Gmünd auf den Hohenrechberg. „Wir freuen uns“, bewertet Straßdorfs Ortsvorsteher Werner Nussbaum die Entwicklung. Die nun noch zu lösenden Aufgaben seien „leistbar“. Und auch die Ortsvorsteher anderer Stadtteile – dies war eine Initiative von Herlikofens Ortsvorsteher Celestino Piazza – würden zum Straßdorfer Projekt als Projekt aller Stadtteile stehen. Dieses gemeinsame Wirken soll auf der Strecke zu den „Wegen der Kunst“ deutlich sichtbar gemacht werden, sagt Nussbaum.

Rolf Haug hat die „Stele“ von 1965 dem Förderverein „Wege zur Kunst“ im Jahr 2006 geschenkt. Die Skulptur fügt sich, je nach Jahres- und Tageszeit, immer wieder anders in die Landschaft ein. (Fotos: Tom, mil)

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